Mein Fitbit und ich
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe jetzt einen Fitbit. Einen Fitbit One. Was jetzt klingt wie ein Schokoriegel, nur in sportlich, also so was wie ein Kitkat für Leute, die gerne einen Schokoriegel, der sich gesund anhört, essen möchten, ist in Wirklichkeit aber keiner. Sie können zwar reinbeißen, aber ich sag Ihnen gleich, dass der nicht schmeckt.
Nein, ein Fitibit ist ein kleines Gerät, das Ihnen sagt, wie viele Schritte sie heute gelaufen sind, wie viele Stockwerke sie erklommen haben und wie oft und lange sie nachts aufgewacht sind. Das sind die Basisinformationen. Wenn man den kleinen Kerl, den man sich unauffällig überall an die Klamotten klippen kann, richtig einstellt, kann der Ihnen bestimmt noch viel mehr erzählen, wie viele Pro Points sie verbraten haben zum Beispiel.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie technisch affin sind und ich muss Ihnen gestehen, ich bin es nicht. Ich habe nicht mal ein Smartphone.
Trotzdem fand ich ihn ganz schön schnieke. Unser Coach hat ihn sich immer ans Shirt geklippt und mir hat das Design sehr gut gefallen. Er ist ganz schmal und unauffällig, nicht so ein Riesenwatz.
Also musste einer her, ich wollte es unbedingt testen, dieses gut designte Schritte-und-Stockwerke-und-Pro Points-und-Wachphasenzählwunder.
Mein alter Schrittzähler war zwar etwas beleidigt, dass er gegen einen Jüngeren ausgetauscht wurde, aber ich war einfach zu neugierig auf diese ganzen Zusatzfunktionen, die das Gerät zu bieten hat.
Diese Neugierde wurde aber erst mal gebremst, denn bevor man zackzack sämtliche mitgezählte Stockwerke rauf- und runterrennen kann, muss man den kleinen Fitbit erstmal aufladen und sich registrieren. Fand ich jetzt nervig. Ich will mich nicht irgendwo registrieren müssen, um etwas nutzen zu können. Auch bin ich kein Mensch, der alle paar Minuten auf sein (eh nicht vorhandenes) Smartphone glotzt, um zu sehen, wie der Hase bzw. man selbst so läuft.
Dafür gibts auch ein kleines Display am Fitbit, auf dem man direkt sehen kann, wie viel man läuft. Das fand ich schon wieder gut. Weil:
Mein Fitbit kommuniziert auch anderweitig mit mir. Das wusste ich nicht. Ich habe ihn hochgehoben und auf einmal stand da auf dem kleinen Display „Juhuuuuu Frollein“ und ich habe zu meinem Fitbit gesagt: „Juhuuuuu Fitbit!“ und war gleich ganz fröhlich.
Dann hat er gemeint „Auf geht‘s Frollein“ und ich hab zu meinem Fitbit gesagt: „Jetzt hetz mich so, Fitbit!“
aber als er dann via Display „Stepgeek Frollein“ hat verlauten lassen habe ich dann aber „ Du Zipfelgesicht, Fitbit!“ zurückgemeckert. Also ehrlich, beschimpfen lasse ich mich nicht von einem kleinen Kastl am Hosenbund, was ist überhaupt ein „Stepgeek“?
Ich hab dann gleich mal nachgesehen und ein „Geek“ ist ein Streber. Ich bin also grob übersetzt ein „Schrittstreber“. So ein Schmarrn!
Aber abgesehen davon, dass er mich hin und wieder als Streber beschimpft, wenn ich ihn hochhebe, haben wir schon unseren Spaß. Vor allem diese Funktion, dass der mir sagt, wie oft ich nachts im Schlaf wach geworden bin, hat mich interessiert. Das hab ich aber nur einmal getestet. Und ich kam zum selben Ergebnis wie der Fitbit: 2-mal. Weil ich aufs Klo musste. Das war jetzt keine Überraschung, weil da war ich ja auch wach und wusste, dass ich wach war.
Außerdem wollte ich ja unbedingt noch wissen, ob er mir am nächsten Morgen dann nicht nur sagt, wie oft und wie lange ich wach war, sondern auch per Display mitteilt „Du schnarchst, Frollein!“ oder „Nicht so spät ins Bett, alte Eule, Frollein!“ oder „Wat, noch 3x umdrehen, nix gibts, raus aus den Federn, Frollein!“ oder zumindest „Das hast Du davon, wenn Du kurz vorm Schlafengehen noch einen halben Liter Wasser trinkst, Frollein!“
Nö, nichts, nicht einmal „Stepgeek Frollein!“ Da war ich dann schon enttäuscht und nach dem Versuch hatten wir dann getrennte Schlafzimmer. Schließlich ist er ja auch ein Schritt- und kein Schäfchenzähler.
Aber generell muss ich schon zugeben, dass mich dieses kleine Kastl, das man sich an den Hosenbund klippt, schon motiviert, etwas mehr zu laufen als gewöhnlich.
Bestes Beispiel: Wenn mein Mister zu mir sagt „Komm, lass uns die Treppen hochlaufen“ sage ich „Pfff“, drücke den Aufzugsknopf, spiele das alte Hase-Igel-Spiel und schreie ihm im oberen Stockwerk angekommen fröhlich entgegen „Ich bin schon da“, während er noch die Treppen hochläuft.
Wenn mir aber mein Fitbit die Stockwerke vorzählt, sage ich „Pfff“ zum Aufzugknopf und laufe die Treppen hoch, so ganz ohne Hase und Igel-Allüren.
Vielleicht sollte ich mir meinen Mann einfach an den Hosenbund knippen, damit er mir dann die gelaufenen Stockwerke vorzählt? Ich weiß jetzt nicht, ob ihm die Idee so gefällt und ob das nicht vielleicht die Nachbarn irritieren könnte, wenn ein großer Mann an meinem Hosenbund hängt und nach jedem Stockwerk 1-2-3 brüllt.
Ich glaube, diese Aufgabe überlasse ich dann doch lieber dem Fitbit.
So, und jetzt muss ich weg, noch ein paar Schritte rumlaufen, nicht, dass dann am Ende des Tages auf dem kleinen Display „Fauler Sack, Frollein, Dir werd ich weiterhelfen“ steht.
Ihr Frollein Stepgeek, das sich von ihrem Fitbit noch ein bisschen durch die Gegend scheuchen lässt
Mittwoch, 5. August 2015
Freitag, 17. Juli 2015
Der Rat der Woche 15
Lange habe ich Euch jetzt keinen Rat der Woche mehr angedeihen lassen, aber aus aktuellem Anlass, liebe Leser: In Weißweinlaune zu Hippiemusik nackt im Regen tanzen ist ja das eine, aber den Hintern zur Balkontüre raushalten, wenn es anschließend weintraubengroße Hagelkörner vom Himmel hagelt, um auszuprobieren, ob das wehtut ist das andere. Liebe Kinder, lasst das lieber, es tut weh, gescheit sogar. Ich glaub ich hab da mal ein Zitat gehört "Ich habe keine Cellulite, ich habe einen Hagelschaden" Aus eigener mutiger pionierserfahrung kann ich diese Angelegenheit nun beweisen. Mit meinem eigenen Body of Evidence sozusagen. Hagelschaden. Jawohl.
Euer Frollein, dem es in einer lauen Sommernacht nicht nur die Laune verhagelt hat, aua!
Euer Frollein, dem es in einer lauen Sommernacht nicht nur die Laune verhagelt hat, aua!
Donnerstag, 9. Juli 2015
Eine kleine Übersicht der Reklame
Hallo liebe Leserschaft,
aufgrund diverser Nachfragen hier mal ein bunter Strauß bisheriger Frollein Eve Reklamen zusammengefasst in einem Beitrag. Falls die Reklame keine Kaufflut verursacht
Link Thalia: http://www.thalia.de/shop/home/suche/;jsessionid=83D9D8F892A01515D6781A7B5A437E4F.tc5pc?sq=Frollein+Eve&sswg=ANY×tamp=1436438638500
Link Amazon: http://www.amazon.de/Frollein-Eves-Sicht-Dinge-Eve/dp/3863864808/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1436438668&sr=8-1&keywords=Frollein+Eve
, werde ich mich aus meiner hauseigenen Reklameabteilung in den Keller versetzen lassen, um dort frustriert rumzunölen. ;)
Und hier oben die Originalanzeige der Weihnachtsanzeige, natürlich schenken Haushaltsgeräte keine Bücher, wo kommen wir denn da hin, damals haben sie sich höchstens selbst empfohlen.
Auch ich empfehle mich jetzt, herzliche Grüße,
Euer Frollein Werbefuchs, dem die nächste Anzeige schon in den Fingern juckt... ;)
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, werde ich mich aus meiner hauseigenen Reklameabteilung in den Keller versetzen lassen, um dort frustriert rumzunölen. ;)
Und hier oben die Originalanzeige der Weihnachtsanzeige, natürlich schenken Haushaltsgeräte keine Bücher, wo kommen wir denn da hin, damals haben sie sich höchstens selbst empfohlen.
Auch ich empfehle mich jetzt, herzliche Grüße,
Euer Frollein Werbefuchs, dem die nächste Anzeige schon in den Fingern juckt... ;)
Montag, 1. Juni 2015
Ein Furzkissen
das habe ich vor Kurzem von meinem Mister geschenkt bekommen, romantisch, nicht?
Wer jetzt denkt, dass das ein Symbol dafür war, dass zwischen uns die Luft quasi raus ist, hat sich geschnitten.
Der Grund war: ich liebe Scherzartikel. Was für andere Klischeefrauen der begehbare Kleiderschrank, ist für mich der begehbare Scherzartikelladen. Furzkissen, Plastikkotze und Konsorten bringen mich schon bei der bloßen Vorstellung, was man damit machen könnte vor Lachen zum Heulen. So auch letzte Woche, ich weiß nicht mehr genau, wie wir aufs Thema Furzkissen kamen. Auf jeden Fall kamen wir beim gedanklichen Einsatz desselbigen vom Hundertsten ins Tausendste und ich danach vor Lachen fast nicht mehr auf die Beine. Ich fahre ja oft mit der Bahn. Da ich noch daran arbeite, ein komplettes Abteil für mich alleine reservieren zu können, hat man so manches Mal diverse Mitfahrer, die man wiederum nicht gerne hat (bestimmt eine Folge von den unliebsamen Mitfahrern meiner Kindergartenfahrgemeinschaft, siehe http://eve-blood.blogspot.de/2015/04/schlagkraftige-argumente-in-orange-oder.html). Manche setzen sich auch einfach ungefragt neben einen. Sehr ungezogen, finde ich. Einmal habe ich gesagt, dass da mein unsichtbarer Freund sitzt, da hat er dann dumm geschaut, der Einfachsodazusetzer. Ist aber sitzen geblieben, was ich jetzt ganz schön rücksichtslos fand. An den Einsatz von Scherzartikeln zur Verteidigung der Arm- und Beinfreiheit habe ich bis jetzt noch nicht gedacht. Bis letzte Woche eben...
Und allein schon die Vorstellung, einem Einfachsodazusetzer einfach so ein Furzkissen unterzuschieben, treibt mir die Tränen in die Augen vor Lachen. Aber man weiß ja nie, wen man da vor sich hat, es wäre natürlich nicht meine Absicht, einen ohnehin schon vielleicht nicht selbstbewussten Menschen durch einen lauten Riesenfurz (es ist ein großes Furzkissen, sehr laut) akustisch bloßzustellen oder einen ganz humorlosen Menschen zu erwischen, nicht dass der dann meine rehbraunen Augen blauwalblau haut. Risiken und Nebenwirkungen eben... Aber die Gedanken sind frei und diese Freiheit erstreckt sich auf die Bahnabteile, Wartezimmer, Kirchenbänke, Staubtrockenseminare, Kinosessel und Königsthrone dieser Welt. Schulbänke habe ich schon durch, das könnt Ihr mir glauben ;)
Aber wer weiß, ich habe es auf jeden Fall immer in meiner Tasche, und wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann kommt es zum Einsatz.
Also passt schön brav auf, wenn Ihr Euch irgendwo hinsetzt, gar ungefragt, uiui, das könnte ganz schön laut werden. Gnhnhn.
Wer jetzt denkt, dass das ein Symbol dafür war, dass zwischen uns die Luft quasi raus ist, hat sich geschnitten.
Der Grund war: ich liebe Scherzartikel. Was für andere Klischeefrauen der begehbare Kleiderschrank, ist für mich der begehbare Scherzartikelladen. Furzkissen, Plastikkotze und Konsorten bringen mich schon bei der bloßen Vorstellung, was man damit machen könnte vor Lachen zum Heulen. So auch letzte Woche, ich weiß nicht mehr genau, wie wir aufs Thema Furzkissen kamen. Auf jeden Fall kamen wir beim gedanklichen Einsatz desselbigen vom Hundertsten ins Tausendste und ich danach vor Lachen fast nicht mehr auf die Beine. Ich fahre ja oft mit der Bahn. Da ich noch daran arbeite, ein komplettes Abteil für mich alleine reservieren zu können, hat man so manches Mal diverse Mitfahrer, die man wiederum nicht gerne hat (bestimmt eine Folge von den unliebsamen Mitfahrern meiner Kindergartenfahrgemeinschaft, siehe http://eve-blood.blogspot.de/2015/04/schlagkraftige-argumente-in-orange-oder.html). Manche setzen sich auch einfach ungefragt neben einen. Sehr ungezogen, finde ich. Einmal habe ich gesagt, dass da mein unsichtbarer Freund sitzt, da hat er dann dumm geschaut, der Einfachsodazusetzer. Ist aber sitzen geblieben, was ich jetzt ganz schön rücksichtslos fand. An den Einsatz von Scherzartikeln zur Verteidigung der Arm- und Beinfreiheit habe ich bis jetzt noch nicht gedacht. Bis letzte Woche eben...
Und allein schon die Vorstellung, einem Einfachsodazusetzer einfach so ein Furzkissen unterzuschieben, treibt mir die Tränen in die Augen vor Lachen. Aber man weiß ja nie, wen man da vor sich hat, es wäre natürlich nicht meine Absicht, einen ohnehin schon vielleicht nicht selbstbewussten Menschen durch einen lauten Riesenfurz (es ist ein großes Furzkissen, sehr laut) akustisch bloßzustellen oder einen ganz humorlosen Menschen zu erwischen, nicht dass der dann meine rehbraunen Augen blauwalblau haut. Risiken und Nebenwirkungen eben... Aber die Gedanken sind frei und diese Freiheit erstreckt sich auf die Bahnabteile, Wartezimmer, Kirchenbänke, Staubtrockenseminare, Kinosessel und Königsthrone dieser Welt. Schulbänke habe ich schon durch, das könnt Ihr mir glauben ;)
Aber wer weiß, ich habe es auf jeden Fall immer in meiner Tasche, und wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann kommt es zum Einsatz.
Also passt schön brav auf, wenn Ihr Euch irgendwo hinsetzt, gar ungefragt, uiui, das könnte ganz schön laut werden. Gnhnhn.
Donnerstag, 21. Mai 2015
Frollein Eves Kolumne für die Weight Watchers - Teil 7
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute geht's mal um Nichts, naja, das kann man jetzt so nicht sagen, heute geht's eher um Null, oder wie man jetzt so schön sagt um "Zero".
Also ich weiß ja nicht, in meiner Jugend und auch jetzt in meiner jahrelang andauernden Spätpubertät ist es kein Zeichen von Wertschätzung, wenn man jemanden als eine Null, also eine "Zero" bezeichnet. Ist doch irgendwie negativ behaftet, nicht?
Aber das mit dem Zero, das haben Sie doch bestimmt auch schon mal gehört oder gelesen, oder? Spätestens seit eine steckerldürre Hollywoodstylistin ihre Kundinnen auf "Size Zero" eine platzsparende Kinderbekleidungsgröße, getrimmt hat und die Medienlandschaft sofort auf den Zero-Zug aufgesprungen ist und diese Kleidergröße, die man in der Regel im Kindergarten trägt, plötzlich en vogue war. Also in der Theorie, in der Praxis hat keiner reingepasst.
Dafür hat sich die Lebensmittelindustrie dann eben das Zero ausgeliehen, und alles damit markiert, was eh nicht schmeckt. Die Werbung sagt mir zwar, dass da zero Zucker, aber ein echter Geschmack drin ist, mein Geschmackssinn allerdings sagt mir, dass da echt kein Zucker drin ist, aber auch zero Geschmack. Das macht aber auch echt keinen Spaß, weil es ist ja nicht so, als ob ich werbegebeutelter Fernsehknecht diese Zero-Getränke nicht schon mal ausprobiert hätte. Das Resultat: Uah! Sie ahnen es, die Begeisterung war gleich Null und Zero.
Sie können das ja mal ausprobieren und z.B. Ihren Grillpartygästen dieses Zerozeugs unterjubeln, allein schon aus Studienzwecken bezüglich des Gesichtsaudrucks der Trinkenden. Ich kann Ihnen jetzt schon viele "Die-olle-Plörre-kannst-Du-selber-trinken-Du-mieser-Gastgeber"-Gesichter, auf denen sich bestimmt auch dann zero Begeisterung widerspiegeln wird, prophezeien. Damit machen sie bestimmt zero Eindruck auf Ihre Gäste.
Und nein, es ist leider auch nicht so, dass man sich als Ausgleich, wenn man sich z.B.in einem Schnellrestaurant, wo man natürlich niemals hingeht, einen Eimer eines Zerogetränks bestellt und damit durch die eingesparten Pro Points einen Freibrief für 20 fett frittierte Hühnerbeine, 48 Pomm Fritz und drei Burger mit ganzen Ochsen drin hätte. Das nutzt leider nichts, also auch zero quasi. Da lob ich mir doch das gute alte Wasser, da weiß ich ja schon von vornherein, dass da zero Geschmack drin ist und auch kein Zucker.;)
Ich geh jetzt, was zum Trinken kaufen, aber nix Nullhaltiges, obwohl eigentlich ist es ja wurscht, denn es landet ja eh nachher alles im Doppelzero.
Herzliche Grüße,
Ihr Frollein Eve, das nix trinkt, wo Zero drin ist
heute geht's mal um Nichts, naja, das kann man jetzt so nicht sagen, heute geht's eher um Null, oder wie man jetzt so schön sagt um "Zero".
Also ich weiß ja nicht, in meiner Jugend und auch jetzt in meiner jahrelang andauernden Spätpubertät ist es kein Zeichen von Wertschätzung, wenn man jemanden als eine Null, also eine "Zero" bezeichnet. Ist doch irgendwie negativ behaftet, nicht?
Aber das mit dem Zero, das haben Sie doch bestimmt auch schon mal gehört oder gelesen, oder? Spätestens seit eine steckerldürre Hollywoodstylistin ihre Kundinnen auf "Size Zero" eine platzsparende Kinderbekleidungsgröße, getrimmt hat und die Medienlandschaft sofort auf den Zero-Zug aufgesprungen ist und diese Kleidergröße, die man in der Regel im Kindergarten trägt, plötzlich en vogue war. Also in der Theorie, in der Praxis hat keiner reingepasst.
Dafür hat sich die Lebensmittelindustrie dann eben das Zero ausgeliehen, und alles damit markiert, was eh nicht schmeckt. Die Werbung sagt mir zwar, dass da zero Zucker, aber ein echter Geschmack drin ist, mein Geschmackssinn allerdings sagt mir, dass da echt kein Zucker drin ist, aber auch zero Geschmack. Das macht aber auch echt keinen Spaß, weil es ist ja nicht so, als ob ich werbegebeutelter Fernsehknecht diese Zero-Getränke nicht schon mal ausprobiert hätte. Das Resultat: Uah! Sie ahnen es, die Begeisterung war gleich Null und Zero.
Sie können das ja mal ausprobieren und z.B. Ihren Grillpartygästen dieses Zerozeugs unterjubeln, allein schon aus Studienzwecken bezüglich des Gesichtsaudrucks der Trinkenden. Ich kann Ihnen jetzt schon viele "Die-olle-Plörre-kannst-Du-selber-trinken-Du-mieser-Gastgeber"-Gesichter, auf denen sich bestimmt auch dann zero Begeisterung widerspiegeln wird, prophezeien. Damit machen sie bestimmt zero Eindruck auf Ihre Gäste.
Und nein, es ist leider auch nicht so, dass man sich als Ausgleich, wenn man sich z.B.in einem Schnellrestaurant, wo man natürlich niemals hingeht, einen Eimer eines Zerogetränks bestellt und damit durch die eingesparten Pro Points einen Freibrief für 20 fett frittierte Hühnerbeine, 48 Pomm Fritz und drei Burger mit ganzen Ochsen drin hätte. Das nutzt leider nichts, also auch zero quasi. Da lob ich mir doch das gute alte Wasser, da weiß ich ja schon von vornherein, dass da zero Geschmack drin ist und auch kein Zucker.;)
Ich geh jetzt, was zum Trinken kaufen, aber nix Nullhaltiges, obwohl eigentlich ist es ja wurscht, denn es landet ja eh nachher alles im Doppelzero.
Herzliche Grüße,
Ihr Frollein Eve, das nix trinkt, wo Zero drin ist
Montag, 13. April 2015
Frollein Eves Modeillustrationen - Teil 4
Bei dem schönen Wetter, meine lieben Leser, reite ich momentan wieder
auf meinem Steckenpferd der Modeillustration herum. Das Ergebnis seht
Ihr hier ;)
Die zum Zeichnen gehörte Musik: The Mills Brothers
Technik:Aquarell, Fineliner
Was sich die Künstlerin dabei gedacht hat: Mal das neue Olivgrün ausprobieren.
Die zum Zeichnen gehörte Musik: The Mills Brothers
Technik:Aquarell, Fineliner
Was sich die Künstlerin dabei gedacht hat: Mal das neue Olivgrün ausprobieren.

Euer Frollein Modeillustrationspinselschwingerin
Montag, 6. April 2015
Schlagkräftige Argumente in Orange oder die Biene Maja schlägt wieder zu
Liebe Leser,
als Kind hat man es nicht leicht. Nicht nur, dass man für seinen Kindergartenarbeitstag früh aufstehen muss, nein, man hat auch keinerlei Einfluss auf die Mitfahrer, die man einfach auf den Rücksitz mit dazugepackt bekommt.
Das kann gut gehen, muss es aber nicht. In diesem Fall ging es nicht gut. Aber darüber war ich als Kind auch gar nicht mal so traurig.
Los gings wohl damit, dass mir meine Mutter verkündete, dass ab morgen der Klaus und der Dieter (nee, hiessen natürlich nicht wirklich so, die wollen aber jetzt als Erwachsene wahrscheinlich auch nicht über ihre Niederlage der gescheiterten Fahrgemeinschaft vor über 30 Jahren lesen, daher die Decknamen Klaus und Dieter) in der Früh mit uns in den Kindergarten fahren.
Ja Scheisse, hab ich mir gedacht. Ich konnte nämlich weder den Klaus noch den Dieter leiden und hielt sie für ziemliche Blödmänner. Noch dazu war ich ein Morgenmuffel und der Gedanke daran, mir mein Kindergartentaxi mit zwei Nervbatzen aus der anderen Kindergartengruppe teilen zu müssen, hat mein ohnehin schon dünnes Morgennervenkostüm hauchdünn werden lassen- Size Zero quasi.
Also hockten am nächsten Morgen links und rechts von mir zwei bleiche Buben, die ich am liebsten sofort wieder hätte aussteigen lassen und dementsprechen war meine Laune. Dazu kam noch, dass der Klaus ein Preiss war und mich jeden Morgen gefragt hat, im Nachhinein denke ich, war es wohl ein nett gemeinter Kommunikationsversuch, ob ich mir wieder eine „Brezel“ gekauft habe.
Das Laugengebäck war Teil meiner Kindergartenbrotzeitausstattung und hat immer wohlriechend aus meiner orangefarbenen Biene-Maja-Kindergartentasche herausgeduftet. Jetzt war das für mich Bayernkind allerdings keine „Brezel“, sondern eine „Brezen“, von daher dachte ich, der weissgesichtige Bube will mich verarschen und habe ihn jedesmal kräftig angeranzt.
Irgendwann wurde mir die hochdeutsch formulierte Frage nach meiner Brotzeit wohl zu dumm und mit Anranzen des Hellgesichtsbuben war es nicht mehr getan (als Kind erkennst Du den Wert einer noblen Blässe nicht an, da ist ein blasser Mensch einfach nur ein Kasjackl, wie man so schön sagt). Ab da gab es jeden Morgen Rambazamba im Kindergartentransportobjekt. Zur Freude meiner Mutter, aber sie war recht hartnäckig.
Als das Zwicken der Unerwünschten auch nix half, habe ich eines Tages dann mit Schwung, Spucke und Hilfe meiner Biene-Maja-Kindergartentasche die Frage, ob ich mir heute wieder eine preussisch formuliertes Laugengebäck gekauft hätte, durch einen gezielten Schlag auf den kasigen Mitfahrerkopf beantwortet, was dann die vor dem Kindergartentor versammelte Mutternschaft wiederum dazu bewogen hat, die Idee der Fahrgemeinschaft zu überdenken und letztendlich dann zu verwerfen. Na endlich.
Ab dann war wieder Ruhe im Auto, meine Biene-Maja-Tasche, meine Brezen und ich zufrieden und meine Mutter hat die Idee, mir unerwünschte Kindskameraden morgens ins Auto zu setzen nicht mehr aufgegriffen.
Einen schönen Montag wünscht Euch Euer Frollein Schlagfertig, dem Ihr lieber nicht mit preussischen Gebäckformulierung kommen solltet
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